Zw… auf Kreuzfahrt – 16

20. Juni 2008 – 345 Seemeilen

Wir sind über Nacht von Bergen nach Stavanger gefahren, wo wir schon sehr früh am Morgen ankommen. Schon um 7:15 Uhr ist Termin für die Bootsfahrt zum Lysefjord, die ich gebucht habe. Uwe hat sich anders entschieden und ich bin nach dem gestrigen Fiasko auch ein wenig skeptisch. Mal sehen, was der Vormittag bringt.

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Direkt am Schiff holt uns ein schnelles kleines Boot ab, auf dem wir die nächste Zeit während der Fahrt zum Lysefjord verbringen werden. Ganz schön schnell, das Teil. Wie ich später erfahren werde, ist die maximale Reisegeschwindigkeit nicht ganz 30 Knoten.

Ich, Andreas (unser Reisebegleiter von der Mona Lisa) und noch ein, zwei andere haben uns gleich nach vorne zum Bug des Bootes begeben, wo schon einige mit Drahtseil angebundene Stahlrohrstühle auf uns gewartet haben. Das Bild von Andreas entstand bei Maximalgeschwindigket auf der Rückfahrt, als das „Titanic-Feeling“ aufkam, während er die vorbeifliegende Landschaft im Bild festhielt.

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Vorbei am Öl(bohr)museum geht es, jetzt erst mal langsam, im Hafen sind nur maximal 6 Knoten erlaubt, in Richtung Lysefjord.

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Erst im freien Gewässer kann unser Käpt’n dann schon ein wenig Gummi geben. An vielen schönen Stellen wird die Fahrt verlangsamt, um den Passagieren Gelegenheit zum fotografieren zu geben. Wir fahren vorbei an der mondänsten Ecke Stavangers, wo die Grundstücke an der Küste, weil sie so begehrt sind, von einer an die nächste Generation vererbt werden. Ich hab schnell online meinen Kontostand abgefragt und dann doch vom Kauf des folgenden Grundstücks Abstand genommen…;-)

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Anfangs sah das Wetter gar nicht gut aus, was sich dann aber relativ schnell änderte. Es hörte auf zu tröpfeln und an einigen Ecken kam richtig die Sonne durch.

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Nach vielleicht 30 Minuten Fahrt biegen wir in den Lysefjord ein. Immer wieder fährt unser Kapitän zu schönen Stellen, hält an und lässt uns fotografieren.

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In eine Piratenbucht fährt er, nachdem das Boot vom Eingang verschwunden ist, mit unserem Kahn rein und dreht in der Bucht 2x um die eigene Achse. Vorn und hinten sind vielleicht noch je 50 cm Platz. Hier sollen sich in früheren Zeiten Piraten vor dem Zugriff der Ordnungsmacht versteckt haben. Die an drei Seiten senkrecht hochragenden Wände sind leider nicht im Bild festzuhalten. Zumindest sind sind im Bild längst nicht so spektakulär darzustellen, wie sie in Wirklichkeit waren.

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Es ergeben sich immer wieder beeindruckende Motive der Fjordlandschaft. Ich bin froh, daß wir nicht wolkenlosen blauen Himmel haben, sondern das Wetter wirklich im Minutentakt die Landschaft immer wieder total verändert.

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Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Hauptakttraktion des Lysefjords, den „Prekkestolen“. Es handelt sich um ein Felsplateau von 25 x 25 Meter, ca. 600 Meter über dem Meer. Er ist landseitig durch eine 1-2 Meter breite Ritze vom Felsen abgetrennt und durch keinerlei Absperrung gesichert. Mutige rutschen auf dem Bauch nach vorne, um senkrecht runter auf’s Wasser gucken zu können. Ich war leider noch nicht oben, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Als wir uns schon ein wenig vom Ufer entfernt hatten, hab ich mit dem Tele nochmal nach oben fotografiert. Leider zeigen die Bilder in keinster Weise, wie beeindruckend das Teil und vor allem die Höhe der senkrechten Felswände sind.

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Wir fahren weiter zu einem wunderschönen Wasserfall, an dem der Obermatrose dazu verdonnert wird, uns mit einem Eimer frisches Quellwasser zu besorgen. Er wird patschnass, es gelingt ihm aber, den Eimer fast ganz zu füllen. Becher werden ausgeteilt und wir alle genießen das wirklich schmackhafte, frische Quellwasser. Oberlecker!

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Nach ein, zwei weiteren Fotostopps, es gibt wirklich jede Menge Motive, legt der Kapitän dann noch einen Scheit zu und es geht „volle Pulle“ zurück Richtung Stavanger. Ich mußte unbedingt vorne stehen und die Geschwindigkeit genießen. Einmal hätt’s mich beinahe über die Reling geschmissen, als wir mehrere Male so richtig geschanzt sind. Hier entstand auch das Eingangsbild mit Andreas, dem’s ebenfalls sichtlich Spaß gemacht hat.

Nach dreieinhalb Stunden geht ein Ausflug zu Ende, der den gestrigen Reinfall wieder wett gemacht hat, und für den es jeder bezahlte Cent wert war. Gut investierte 77 Euro. Wenn ich wieder mal nach Stavanger komme, werde ich ihn wiederholen. Ich hab schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt.

Nachdem die Mannschaft ihre Seenotrettungsübung abgschlossen hat, verlassen wir gegen Mittag Stavanger.

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Zu mehr als diesem Abschiedsbild hat’s nicht gereicht, da uns zwei so kleine Paddelboote die Sicht genommen haben. Auf einem stand „Costa Mediterranea“ und auf dem anderen „Queen Victoria“. Na ja, wollemer die Kleinen auch mal ran lassen, nicht?

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Zw… auf Kreuzfahrt – 15

19. Juni 2008 – 82 Seemeilen

Wir kommen verspätet in Bergen an und parken „jwd“ im Containerhafen „Havnelageret Dokken“. Schade, schade, denn von einer früheren Schiffsreise kenne ich die Standard-Anlegestelle für Kreuzfahrer nur ca. 500 Meter vom alten Hafen und Bryggen entfernt. Ich hatte mich schon gefreut, daß ich eventuell noch ein wenig Freizeit dafür nutzen könnte, dort noch schnell mal hin zu laufen.

Pustekuchen – ein Buspendelverkehr soll eingerichtet werden. Fahrzeit zum Hafen ca. 10 bis 15 Minuten. An Laufen also nicht zu denken. Na ja, Uwe und ich hatten sowieso eine Ganztagesreise mit Mittagessen zum Hardangerfjord gebucht.

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Kurz vor halb Zwölf starten wir endlich zu unserer Ganztagesreise in die wunderschöne Landschaft um den Hardangerfjord. Erster Stop schon nach wenigen Kilometern an einem alten Kloster, dessen Überreste wir im Schnelldurchlauf besichtigen können. Ein Stop, den Winnie für die Fotografen unter uns wohl außertourlich organisiert hat.

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Uwe, Winnie und ich warten bis der große Run vorüber ist, um dann im Schweinsgalopp, halb walkend, halb rennend das Gelände zu durchqueren. Wenigstens für ein paar Fotos reicht’s dann doch, ehe es mit dem Bus weitergeht.

Nachdem sich örtlicher Reiseleiter und der Busfahrer über die angeblich kürzeste Strecke zur Fähre geeinigt haben, wir erstmal einige hundert Meter in die offensichtlich falsche Richtung fuhren, ging’s dann doch drauf. Aussteigen verboten – 15 Minuten Fahrt, runter von der Fähre, 15 Minuten Pinkelpause direkt an der Anlegestelle. Tolle Fotomotive von Anlegestelle, Parkplatz und norwegischen Toiletten mit riesenlanger Schlange davor.

Dann Weiterfahrt, wieder mit einem kleinen Uneinigkeitsumweg zur Kirche von Holdhus. Der Busfahrer war Schwede, der Guide Norweger. Ich hatte den Eindruck, daß sich die beiden nicht all zu gut riechen konnten.

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In der Kirche bunt gemischtes aus vielen Jahrhunderten, ein Vortrag in englisch, der von unserem Guide dann so gut wie möglich ins Deutsche übersetzt wird. Eines der ältesten Teile ist die oben abgebildete Kanzel. Ich hab keine Ahnung, was an dieser Kirche so sehenswert gewesen sein soll. Wir fahren weiter. Schöne Fotomotive werden gekonnt umfahren. Anhalten kommt nicht in Frage, wir sollen ja zum Mittagessen – es ist nach Drei.

Wir fahren Bus. Plötzlich ein Halt – Gemurmel zwischen Busfahrer und Guide. Wir wenden, fahren einige hunder Meter zurück. Stolz wird uns ein Haus neben einem großen Felsbrocken vorgeführt, der wohl vor einiger Zeit beim Runterfallen vom Berg das Haus knapp verfehlt hatte. Blah, blah – Trolle – blah, blah… Wie gesagt, alles aus dem fahrenden Bus. Wir wenden wieder und es geht weiter.

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Wir kommen zu einem Wasserfall, „unter dem man durchgehen kann, ohne naß zu werden“. Toll, wenigstens 10 Minuten Zeit, um, wieder im Schweinsgalopp, hochzulaufen und einige Fotos zu schießen.

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Zu allem Überfluß regnet’s auch noch kräftig, wie man an den Tropfen auf der Frontlinse aus dem oberen der beiden Wasserfallbilder ersehen kann.

Ob wir vor oder nach dem Wasserfall gegen 17 Uhr zu Mittag gegessen haben, weiß ich nicht mehr. Ich hab’s verdrängt. Wenigstens gab’s im Hotel ein recht gutes Buffet und Kaffee bodenlos und KEINE Rheumadecken.

Rein in den Bus, vorbei an schönen Fotomotiven husch, husch zurück nach Bergen. Kein Fotostop mehr – „keine Zeit, wir sind schon sehr spät dran…“. In Bergen ging’s dann zügig mit dem Bus an Bryggen und dem Hafen vorbei zurück zum Schiff. Obwohl ich mich bemüht habe, hat’s nicht mal zu einem Foto aus dem Bus gereicht – wir waren einfach zu schnell.

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Nach 8 Stunden Busfahrt für knappe 150 Euro (wie gesagt, ohne Rheumadecken und auch ohne Werbegeschenke), ging’s zurück auf den Dampfer und ab nach Stavanger. Wir lernen während der Ausfahrt noch das typische Bergener Wetter kennen. Mal eher freundlich, mal Schnürleregen, dann wieder freundlich – alles innerhalb weniger Minuten.

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Der Abend bricht herein und es ist schlechtes Wetter und hoher Seegang angesagt. Im Fjord, noch einige Seemeilen ab von freien Gewässern ist davon noch nicht viel zu spüren.

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Während des Abendessens (auch da erinnere ich mich nicht mehr, was es gab und wie es schmeckte – ich hab’s verdrängt) hat uns Andrej verkündet, der Käptn hätte ihm versprochen langsam zu fahren, damit die abendliche Show ohne großen Seegang vorgeführt werden könnte. Sänger und Ballett sollen auf Rollschuhen auftreten und Auszüge aus Starlight Express zum Besten geben. Heute abend ist also Musical-Show und ich beschließe, hin zu gehen.

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Zwei der Sänger, hier im Bild zu sehen, singen nach meinem laienhaften Dafürhalten wirklich gut. Toll tanzt das Ballett, das auch heute abend wieder zeigt, wie vielseitig es ist. Warum man allerdings gerade die beiden schlechteren Sänger einen ellenlangen Part mit doch recht schwierigen Songs singen lässt, ist mir dann doch nicht ganz eingängig. Die Sängerin haut öfter mal einen halben Ton daneben. Bei einer meiner Tischnachbarinnen, ihrerseits Musikerin, hole ich mir die Bestätigung, daß meine Einschätzung der dargebrachten Qualität nicht an meinem unmusikalischen Gehör liegt.

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Wenigstens ein kleiner, durchaus beeindruckender Rollschuhauftritt der Entertainmenttruppe ist uns noch vergönnt, ehe aus Sicherheitsgründen wieder auf Tanzschuhe gewechselt wird. Der Kapitän hat sein Verspreichen nicht wahr gemacht und hat inzwischen die schützende Küste verlassen. Es wird ziemlich schaukelig, was mich aber von meinem Absacker-Dosen-Weizenbier nach der Show in der Freibeuterbar nicht abhalten kann.

Heute war, trotz der paar Show-Higlights, ein echter Scheißtag. Erstmals habe ich die Buchung des Ausflugs wirklich bereut und mich über meine eigene Blödheit geärgert. Ich hätte streiken sollen, wie von einigen Busgästen vorgeschlagen. Diese 150 Euro hätte ich leichter in der Freibeuterbar versoffen, da hätte wenigstens die Zdenka, unsere Lieblings-Barfrau was davon gehabt.

Da hat auch nix geholfen, daß auch an diesem Abend wieder den Erzengel Gabriel durch’s Schiff getragen wurde. Aber davon will ich morgen oder übermorgen noch etwas mehr erzählen.

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Zw… auf Kreuzfahrt – 14

18. Juni 2008 – 171 Seemeilen

…von Vik nach FlÃ¥m und dann nach Bergen. Aber erst einmal müssen wir in Vik ankommen. Wir sind früh aufgestanden und waren schon um 4:45 Uhr an Deck.

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…fängt den Wurm, heißt es. Ich hatte mich schon sehr auf die Einfahrt in den Sognefjord gefreut, ist er doch der größte und mit seinen anschließenden kleineren Armen der längste Fjord Norwegens.

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Immer wieder mal wird es ein wenig heller, manchmal drückt auch ganz kurz die Sonne ein klein wenig durch. Sehr schön an diesem Morgen sind auch die verschiedenen Wolkenstimmungen mit teilweise sehr tief hängenden Wolken. Ein beeindruckender Morgen.

 

südnorwegen-kUwe und ich sind noch ganz alleine an Deck. Wir fotografieren und staunen. Leider ist das Wetter an diesem Morgen nicht besonders gut. Der Himmel ist bedeckt und es ist diesig und regnerisch. Trotzdem genießen wir die etwa 200 km, die wir ins Landesinnere fahren und stellen uns vor, wie tief es unter unserem Dampfer mit bis zu 1300 Metern runter geht. Die letzten drei Tage mit Vik und FlÃ¥m, mit Bergen und Stavanger sollen die letzte Höhepunkte der Reise werden.

Wir haben eine Ganztagesreise von Vik, mit dem Bus über die Berge nach Voss und von dort aus mit dem Zug nach Myrdal gebucht. Von Myrdal aus geht es dann mit der berühmten FlÃ¥msbana zurück nach FlÃ¥m, wo uns die Mona Lisa wieder aufnehmen wird.

Erster Halt nach der reibungslos verlaufenden Ausschiffung in Vik ist die dortige „Hopperstad Stabkirche“, die um 1140 erbaut wurde. Eine der wenigen vollständig erhaltenen Stabkirchen Norwegens.

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Leider wird gerade fleißig renoviert und ich habe mir deshalb ein Komplettbild erspart. Gerüste sind nicht gerade fotogen. Innen war’s auch schwierig, denn es kamen innerhalb kürzester Zeit vier Busse mit Mona Lisa-Ausflüglern an. Alle wollten rein und so war für mich, bei meiner Figur, leider innen auch ken Platz mehr.

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Ich habe stattdessen den Blick hinunter zum Fjord genossen, in dem sich unser Dampfer schon wieder aufmachte, um nach FlÃ¥m weiterzufahren, und dort die Halbtagesausflügler an Land zu bringen. Wir würden dort dann heute abend auch wieder zusteigen.

 

zuerst geht es aber mit dem Bus über das Gebirge weiter nach Voss, wo wir zum Mittagessen „verabredet“ sind. Tiefliegende Wolken versperren uns anfangs leider den Blick hinunter ins Tal. Nach einem kurzen Fotostop fahren wir weiter, vorbei an schneebedeckten Bergwänden.

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Schmelzwasserseen bieten ein beeindruckendes Bild mit intensivsten türkisen Farbtönen.

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Vorbei an Wasserfällen und einem reißenden Fluss geht’s runter in ein Tal. Wir erreichen Voss. In einem Hotel ist ein opulentes Mittagsbuffet für uns angerichtet. Ich suche mir einen Platz, sehe wieder den Beginn des Ansturms und die lange Schlange und entschließe mich, wie Uwe das schon vorher entschieden hat, ebenfalls auf’s Mittagessen zu verzichten und mir die gut zwei Stunden Freizeit mit der Besichtigung von Kirche, Ort und Bahnhof zu vertreiben.

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Ein wirklich nettes Örtchen mit einer schönen Steinkirche, vielen Holzhäusern und einem hübschen Bahnhof, gleich neben dem das oben abgebildete „Fleischers Hotel“ befindet, ganz aus Holz gebaut sieht es richtig verwunschen aus. Kurz nach 14 Uhr geht es dann mit dem Zug durch eine wunderschöne Landschaft weiter nach Myrdal, wo wir nach kurzer Wartezeit die berühmte FlÃ¥msbana besteigen.

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In den nächsten ca. 45 Minuten werden wir mehr als 900 Meter Höhendifferenz überweinden. Die teilweise in den Fels gesprengte Bahnstrecke windet sich in vielen Serpentinen ins Tal.

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Die Bahn ist heute praktischn nur noch Touristenattraktion. Und so kommt es, daß auf der Strecke an einem Wasserfall sogar angehalten und ein Fotostop eingelegt wird.

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Nach einer Fahrt mit wunderschöner Aussicht (leider „fliegen“ viele Motive so schnell vorbei, daß keine Zeit zum Fotografieren bleibt und ich die Serienbildfunktion meiner 5D nutzen muß, um doch noch das eine oder andere Motiv zu erhaschen) erreichen wir das Örtchen FlÃ¥m am Ende des Auranger-Fjordes, wo uns die Mona Lisa wieder erwartet.

 

Uwe und ich lassen es uns nicht nehmen, uns noch im FlÃ¥msbana-Museum umzuschauen und uns kurz in den Touristenshops über diverse Norweger-Utensilien zu informieren.

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Es bleibt noch ein wenig Freizeit, wie Uwe und ich dafür nutzen, um ein wenig ab vom Touristentrubel ein bißchen zu entspannen und einen schönen Blick auf das Schiff zu erhaschen. Das Wetter ist besser geworden und die Sonne kommt ein wenig raus.

Nach kurzer Wartezeit auf das nächste Tenderboot, die uns von der Schiffsbesatzung mit heißem Kaffe und/oder Tee verkürzt wird, geht’s dann zurück an Bord.

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Mit der Rückfahrt durch den Auranger- und Sognefjord geht ein rundum gelungener Ausflugstag zu Ende. Noch schnell ein Bild von der Fjordlandschaft geknipst, ehe es über Nacht weiter nach Bergen gehen wird.

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Erfahrungsbericht Garmin NÜVI 860TFM

Heute habe ich kurzerhand mal zu Fuß „nüvigiert“. Das bedeutet, ich habe mein neues Nüvi 860 als Tracker mißbraucht. Aber erst mal der Reihe nach…

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Nach meinen diversen Reinfällen mit Sony– und Navigon-Geräten hatte ich mir vor einigen Monaten ein Garmin Nüvi 660 TFM zugelegt, mit dem ich sehr zufrieden war. Die Navigation war von hervorragender Qualität, die einfache Konfiguration mit meinem Handy als Freispreicheinrichtung hat mich begeistert. War ein guter Kauf, aaaaaber:

Als Faulpelz, der seine Reisekostenabrechnungen immer relativ spät macht, hat mich die Möglichkeit interessiert, die Fahrten mit zu tracken, um später anhand der Tracks die Route präziser erinnern zu können. Ich habe gelesen, daß das neue Nüvi 860 genau dieses Feature bietet. Zusammen mit einer neuen Sprachsteuerung bietet es auch die Anzeige von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Fernstraßen und Autobahnen. Lauter lustige Gimmicks, die mir gut reinlaufen würden, dachte ich mir und habe auf einer meiner letzten Reisen bei meinem Lieblings-GPS-Laden „gps24.de“ einen Stop eingelegt. Nachdem ich mich habe nochmal kompetent beraten lassen, habe ich mich entschlossen, mich dem Kaufwahn hinzugeben und schon war ich neuer Besitzer des obigen Geräts. Da hab ich meine Faulheit „teuer bezahlt“, und gleich das High-End-Modell gekauft.

Klar habe ich es gleich an die Frontscheibe gepappt und mich heim lotsen lassen.

Allererste positive Erfahrungen:

  • Navigation hervorragend, wie das 660 auch.
  • Kartenmaterial auf dem neuesten Stand
  • Inbetriebnahme problemlos
  • Einrichten von Handy und freisprechen problemlos
  • Sprachsteuerung intuitiv und problemlos (inkl. Handy-Funktionen)
  • Autohalterung besser als die des 660

Was mir negativ aufgefallen ist:

  • Die Lautstärke von Ansage und Telefon ist mir deutlich zu leise (da war das 660 optimal!)

Das TMC konnte ich mangels Stau noch nicht testen, ich hatte aber den Eindruck, daß der Empfang etwas besser ist, als beim 660.

Heute habe ich, wie oben schon erwähnt, mit dem Gerät getrackt. Das funktioniert wirklich ganz passabel. Ich hatte vorher auf „Fußgänger“ eingestellt und außerdem die Displaybeleuchtung abgestellt, damit der Akku länger hält. Wobei Akkulaufzeiten von ca. 6 Stunden für das mal schnell zur Not mittracken mit Sicherheit dicke ausreicht.

Die Präzision in offenem Gelände, Gerät in Lederetui in der oberen Hemdtasche ist mit der des 60CSx vergleichbar. Im Wald habe ich etwas größere Abweichungen festgestellt (vielleicht 20 m). Ich habe auch den Eindruck, daß das Gerät für die Synchronisation länger braucht. Es dauert auch länger, bis das Gerät die exakte Position gefunden hat.

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Ich hab die Aufzeichnung des Nüvi mal in weiß über die anderen Tracks der gestern getesteten Geräte gelegt.

Der Start rechts unten ist deshalb verunglückt, weil ich, ganz kurz nach dem ich den Satellitenfix hatte, für mehrere Minuten in einem Gebäude verschwunden bin. Danach hat’s einfach ein Minütchen benötigt, bis es wieder Satelliten hatte. Anscheinend hat es die dann beim ersten Eintauchen in den Wald nochmal kurz verloren.

Alles in allem taugt es auf jeden Fall gut als Notlösung für die Trackaufzeichnung. Es speichert übrigens auch beim Herausnehmen aus der Autohalterung automatisch die letzte Position, damit man als Fußgänger in einer fremden Stadt dann auch wieder zu seinem geliebten Auto zurückfindet. Nette Sache, das.

Jetzt brauche ich noch einige Wochen Praxis, hoffe auf ein Firmwareupdate, das dann hoffentlich das Lautstärkeproblem in den Griff bekommt und werde von den weiteren Erfahrungen berichten.

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GPS-Tracker-Vergleich – ungleiches Trio

30. Juli 2008 – Achtung – neue Erkenntnisse und Testergebnisse am Ende des Beitrags!

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Gestern hatte ich Kaufwahn. Neben einem neuen Nüvi (da werde ich extra drüber berichten) habe ich mir, weil er gerade im Angebot war, einen Holux M-241 GPS-Tracker („H“) gekauft.

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Er ist in der Mitte zu sehen. Links davon der Wintec WPL-1000 Tracker („W“), mit dem ich in den letzten Wochen sehr, sehr unzufrieden war, weil die Zuverlässigkeit und die Empfangsqualität deutlich zu wünschen übrig ließen. Rechts ist mein GPSmap 60CSx („G“) zu sehen, das ich heute zum Vergleich der Geräte mal als Referenz hergenommen habe.

TRACKING:

Ich bin mit den drei Geräten meine Spazierrunde gelaufen. W und H hingen um den Hals, G war in der Hemdtasche verstaut, wobei die Antenne im Freien lag.

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Ich bin zu Hause zur Tür raus und hab alle drei innerhalb möglichst kurzer Zeit angemacht. Dann bin ich los gelaufen. Alle drei Geräte waren in der letzten Nacht das letzte mal eingeschaltet, ohne Satellitenempfang zu haben.

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Als erstes Gerät bekam, nach ca. 3 Minuten das G seinen Fix. Etwa 1 Minute später haben sich dann W und H praktisch gleichzeitig gemeldet. Ich könnte es beweisen, wenn ich nicht blöderweise beim Einschalten beim H aus Versehen das automatische Tracken ausgeschaltet hätte. So müßt ihr mir’s einfach glauben.

Im ersten Teil der Route habe ich einen kurzen Abstecher vom Weg ab in einen ziemlich …

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FixFoto + Monochromix – Schwarz-Weiß fast perfekt!

Eben lese ich auf golem.de, daß ein neues PlugIn für Photoshop erschienen ist, mit dem Schwarz-Weiß-Bilder aus früheren Zeiten simuliert werden können. Mit meinem Lieblingsprogramm FixFoto in Verbindung mit dem Schwarz-Weiß-Modul „MonochromiX“ ist das schon lange möglich. Sogar die Anwendung von Schwarz-Weiß-Filtern und verschiedene Tonungsmöglichkeiten sind integriert.

Es lassen sich auch verschiedene „alte“ Papieroberflächen simulieren und die Papiergradation auswählen.

Für 200 Euro kann mit dem bei Golem vorgestellten Plugin das Filmkorn simuliert werden – das Einzige, was mit FixFoto in Verbindung mit dem Schwarzweißmodul MonochromiX nicht geht.

Dafür kommt der Anwender mit 25 Euro zusätzlich zu FixFoto, das selbst nur 35 Euro kostet, zu wirklich hervorragenden, auf Basis der unterschiedlichen Spektralempfindlichkeit von 12 verschiedenen Schwarzweiß-Filmen hervorragende Ergebnissen.

Testergebnisse und weitere Infos zu FixFoto und MonochromiX habe ich schon hier und hier veröffentlicht.

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Zw… auf Kreuzfahrt – 13

17. Juni 2008

Heute ist Seetag. Gestern sind wir an den Lofoten vorbeigedüst und ich war echt stinkesauer. Da ich während einer früheren Reise die Gelegenheit hatte, ganz ufernah an der norwegischen Küste entlang zu fahren, weiß ich was uns der Kapitän mit seiner „außenrum-ohne-Lotse-dafür-aber-billig-und-schnell“-Route unterschlagen hat.

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Mit dem 400er konnte ich wenigstens ein ganz klein wenig „Lofoten im Dunst“ einfangen. Heute ist Zeit, sich noch um einige andere negative Aspekte dieser Reise zu kümmern. Wenn wir schon mal dabei sind, zu meckern, dann gleich umfassend.

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Ich bin ein wenig auf dem Mona Lisa unterwegs und halte den Zustand des Schiffes im Bild fest. Daß ein Dampfer auf dem Meer ständig vor sich hin rostet und ständig nachgestrichen werden muß, ist mir wohl bewußt. Nur mit dem Nachstreichen nehmen’s die auf der Mona Lisa nicht so rasend genau.

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Da gucke ich dann mal lieber aufs Meer. Zu sehen gibt es ja sonst nichts, außer dem desolaten Zustand des Schiffs.

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Innen ist mir das nachfolgend abgebildete Pissbecken in einer der öffentlichen Toiletten aufgefallen.

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Ich bin mir ziemlich sicher, daß dieser Zettel noch aus der Scholar-Ship-Zeit stammt. Kein Mensch hat sich also in den letzten Monaten dieses Pissbeckens angenommen. Und wenn man dann noch die rostigen, mit Silberbronze überstrichenen Zuleitungsrohre sieht, muß man sich überlegen, wie lange die Toilette überhaupt noch ihren Zweck erfüllt.

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Wenigstens ist heute Gala-Abend und ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, auch mal ein Menü kredenzt zu bekommen, das sich vom Kantineneinerlei abheben möge. Wenigstens die Vorspeise sah auf den ersten Blick vielversprechend aus.

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Owohl ich heute an unserem Tisch der Mops war, denn ich habe ein Stück vom Rand erhalten, das nicht rasend viel Lachs enthielt. na ja. Zum Glück war der dreckige, verschmierte Teller erst später auf dem Bild zu sehen. Sonst wäre mir vermutlich der Appetit gleich vergangen.

Der Rest des Menüs war leider wieder Kantinenstandard, also kein Grund noch einen weiteren Gang abzubilden.

Auf der Vorbeifahrt gab’s dann in einiger Entfernung noch einige Bohrinseln zu sehen, mit denen die Norweger zum derzeitigen Reichtum und Lebensstandard gekommen sind. Für mich bleibt an diesem Abend noch ein letzter Rundgang, der in der Freibeuterbar endet. Wir haben sogenannten „achterlichen Seegang“, was bedeutet, daß die Wellen von schräg hinten kommen. Das sorgt dafür, daß sich die Mona Lise trotz ihres relativ großen Tiefgangs ziemlich stark aufschaukelt. In der Freibeuterbar rutschen die Gläser von der Theke und Uwe wäre beinahe von einem fallenden Blumentopf mit Trockenblumen erschlagen worden. 😉

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Mit Uwe habe ich ausgemacht, daß wir heute etwas früher schlafen gehen, damit wir morgen in aller Frühe während der Einfahrt in den Sognefjord fotografieren können. Um halb fünf klingelt der Wecker…

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Zw… auf Kreuzfahrt – 12

16. Juni 2008 – 866 Seemeilen

„Nach Mitternacht, noch immer Tag – in stiller Ruh liegt HonningsvÃ¥g“. In ein, zwei Stunden wird der Ausflug mit einem kulinarischen Höhepunkt enden, einer Erbsensuppe, die ehrlich alles bisher dagewesene schlägt.

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Aber noch ist es nicht so weit. Ich verbringe den Tagesanfang auf dem Nordkap, warte geduldig, bis endlich mal keiner auf dem Weltkugeldenkmal steht.

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Geschafft! – Die paar Fuzzies im Hintergrund kann man weg klonen. Wir haben noch ein wenig Freizeit und schauen uns im Gebäude noch ein wenig genauer um. Das letzte Mal hatte ich keine Gelegenheit zum sogenannten „Kings-Sight“, und damit zur Felsenkapelle zu kommen. Das kann ich heute nachholen.

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Nich gar so viele Besucher haben sich hier her verirrt. Viele sitzen wahrscheinlich im Kino und schauen sich den äußerst sehenswerten 3D-Film an. Auch die Cafeteria am Kings-Sight ist nicht besonders gut besucht.

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Trotzdem haben sich die Betreiber mit der Dekoration viel Mühe gemacht und hunderte von Teelichtern angezündet und in die Felswände gestellt. Ein sehr schöner Anblick! Nach einigen Minuten Ruhe, einem Blick und ein paar Fotos vom Kings-Sight aus mache ich mich auf den Weg zurück. Nicht, ohne im Freigelende das etwas abseits gelegene Denkmal „Kinder der Welt“ besucht zu haben, das 7 Kinder aus verschiedenen Kontinenten gestaltet haben. 1989 enthüllt soll es Frieden, Zusammenarbeit und Freundschaft auf der ganzen Welt symbolisieren.

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Nach einer kurzen Verschnaufpause geht des dann mit dem Bus zurück nach HonningsvÃ¥g und auf’s Schiff. Unterwegs hat der norwegische Busfahrer noch Mitleid mit uns und hält bei einer Rentierherde kurz an. Durch die Busscheibe kann ich die karge Landschaft noch schnell im Bild festhalten, ehe es weiter geht.

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Im Hafen werden wir von unserem „Entertainer“ wieder besonders fröhlich empfangen, auf’s Tenderboot geleitet und zum Dampfer gefahren. Er sorgt durch seine unnachahmliche Art bei vielen Gästen, so auch bei uns, für Lacher und fröhliche Gesichter. Überhaupt muß ich die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Matrosen hier nochmal extra herausstellen.

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Zurück auf dem Schiff wird dann auf dem Lido-Deck die Erbsensuppe vom Eingangsbild serviert. Nicht ohne größere Schlangenbildung und natürlich auch mit den obligatorischen Proletendränglern, die vermutlich extra wach geblieben sind, um ihre Ellenbogen auszufahren.

 

Uwe und ich lassen uns aber den eben erst frisch angefangenen Tag nicht vermiesen, genießen unser Süppchen und das frisch gebackene Brot und können nicht anders, als nochmal Nachschlag zu holen.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ hat sich Andrej anscheinend gedacht und für seine Mitarbeiter gleich noch ein „Meeting“ anberaumt.

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Trotz wirklich langem und anstrengendem Tag waren alle noch wirklich guter Dinge und haben anscheinend das hin und wieder heute, wegen der Tenderei, doch lautstarke Gemecker perfekt weg gesteckt. Ich freue mich, daß ich mal alle so fröhlich zusammen habe.

 

Nach kurzem Palaver begeben Uwe und ich uns dann für das (allabendliche) Absackerbier in die Freibeuterbar, die trotz der frühen Stunde (es ist mittlerweile nach Zwei) auf Eigeninitiative von Zdenka und in ihrer Freizeit, noch offen gehalten wurde.

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Wie immer ist das Bier schon fast eingeschenkt, noch ehe wir richtig sitzen. Die Frau ist einfach die Wucht in Tüten!

 

Als Zdenka dann nach halb Drei die Bar schließt, nicht ohne sich nochmal mächtiges Gemecker einiger Gäste anhören zu müssen, über das wir nur den Kopf schütteln können, gehen wir an Deck, um die Abfahrt aus HonningsvÃ¥g mit zu bekommen. Ich hoffe inständig, daß der Kapitän rechts abbiegen möge, um uns die phänomenale Aussicht der norwegischen Küstenregion um Hammerfest und später die Lofoten genießen zu lassen. (Auf meiner ersten Reise in diesen Gewässern waren wir aus dem Süden ganz küstennah zu den Lofoten und von dort zum Nordkap geschippert, hatten die ganze Küstenregion entlang einen Lotsen an Bord und sind um Inselchen herum, an schroffen Bergen vorbei und unter Brücken durchgefahren. Ich hatte damals einmalige Bilder schießen können.

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Aber „nix gipps!“ Wie man sehen kann liegt HonningsvÃ¥g auf der Backbordseite, es geht also außen rum. Die durch das Tendern gesparten Liegegebühren werden nicht für den Küstenlotsen zum Wohl der Passagiere eingesetzt, sondern vermutlich gleichmäßig unter den Armen (des Reeders) verteilt.

 

Zwei Seetage liegen vor uns. Jetzt erst mal ausschlafen.

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