Lumix DMC-FX50 gegen Digital IXUS 850IS – ein Bruderkampf

Im Februar diesen Jahres hatte ich meine Ricoh Caplio R2 gegen eine Panasonic Lumix DMC-FX50 eingetauscht, da ich mit der Bildqualität und Schärfeleistung der Ricoh überhaupt nicht mehr zufrieden war. Jetzt habe ich mir eine Digital IXUS 850IS gekauft, die die Lumix ersetzen soll.

Und das kam so: Mit der allgemeinen Bild- und Verarbeitungsqualität der Lumix sehr zufrieden, habe ich (das war schon bei der R2 so) immer einen optischen Sucher schmerzlich vermisst. Mehr durch Zufall in der de.rec.fotografie – oder war’s in der de.alt.rec.digitalfotografie? – bin ich auf einen Beitrag gestoßen, in dem nach den Vor- und Nachteilen der beiden Kameras gefragt wurde. Dabei habe ich festgestellt, daß die IXUS die letzte Kamera auf dem Markt ist, die neben den von mir unbedingt gewünschten 28mm Weitwinkel auch noch einen optischen Sucher besitzt.

Da habe ich mir die IXUS gleich noch bestellt, bevor sie nicht mehr produziert, durch das Nachfolgemodell 950IS, mit leider nur noch 35mm Minimalbrennweite, ersetzt werden wird. Gestern abend kam sie dann und heute habe ich schon erste (Vergleichs-)Tests gemacht.

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Über die zwei Herzen, die fortan in meiner Brust schlagen und den Erfahrungen möchte ich hier berichten.

Verarbeitungsqualität:

panadeckel-kleinHier gewinnt für mich klar die Lumix. Die Verarbeitungsqualität ist makellos, die Klappen sind aus Metall, sie sind gefedert und klappen hörbar satt zu.

Bei der IXUS sind die Klappen aus Plasik und wenn man sie öffnet, hängen sie ziemlich lummelig in der Gegend rum. Das Material, die Führungen und Verbindungen machen den Eindruck von „billig“. Ich bin froh, daß ich die IXUS nicht öfter mal an den Fernseher anschließen muß, denn dieser Klappe gebe ich nicht mehr als 10 Öffnungen und Schließungen, bis sie abfällt.

Bildqualität:

ixus-teleHier schenken sich die beiden Probanden nicht so sehr viel. Ich habe den Eindruck, daß die Lumix im Weitwinkelbereich an den Bildrändern eine leicht bessere Qualität bietet. Allerdings kann ich die Einstellungen der Lumix nicht so gut an meine Bedürfnisse anpassen. Die IXUS lässt sich bedeutend kontrast-, farbsättigungs- und schärfeärmer einstellen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da ich es vorziehe, die Optimierung mit FixFoto selbst zu machen.

Das Rauschverhalten ist bei beiden Kameras in etwa gleich. Ich habe allerdings erst die ISO100-Einstellung verglichen.

Die tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkelbereich ist bei der IXUS nochmals sichtbar größer, als die der Lumix. Ohne Korrekturtools geht’s bei beiden nicht.

Bei der IXUS wundert man sich schon mal, daß die Leute ihre Häuser alle in Faßform bauen. Und runde Fenster scheinen immer mehr in Mode zu kommen!

Einen ersten Vergleich habe ich mal auf einer HTML-Seite zusammengestellt und ins Netz geschoben. Wenn ich mal Zeit habe, werde ich vielleicht etwas genauere Tests auch mit unterschiedlichen ISO-Empfindlichkeiten und vom Stativ machen. Für’s erste war mir nur wichtig, welche der beiden Kameras ich behalten werde und dafür reichten diese Testaufnahmen.

Funktionalität:

Hier ist die IXUS klar vorne. Sie hat einen (zwar winzigen) optischen Sucher. Ein Kriterium, das viele Vorteile bietet. Egal wie die Sonne steht, durch ihn kann ich immer meinen Bildausschnitt bestimmen. Dadurch, daß die Kamera beim Blick durch ihn am Körper gehalten werden kann, ist die Verwackelungsgefahr deutlich geringer, als bei den übrigen Digiknipsen, bei denen ich immer den Eindruck habe, meine Arme wären zu kurz. Und wenn man den Monitor mal braucht (beim Über-Kopf-Fotografieren oder bei Makros), wird er einfach zugeschaltet. Das spart dann auch noch Strom ohne Ende.

Bei der Lumix sind außerdem die Knöpfe auf der Rückseite etwas unglücklich angeordnet und ziemlich futzelig. Da kommt man beim Fotografieren schnell mal dran und verstellt sich was. Da finde ich die IXUS ebenfalls durchdachter.

Einstellmöglichkeiten:

Auch hier gewinnt für mich insgesamt die IXUS. Eine zwar etwas versteckte aber immerhin vorhandene Custom-Funktion lässt es zu die Schärfung nahe Null zu drehen und auch Kontrast und Farbsättigung zu minimieren. Bei der Lumix besteht die Möglichkeit, die Entfernungsmessung auf ein sehr kleines Spotfeld zu schalten, was das präzise Scharfstellen sehr erleichtert.

Was ich bei der IXUS gleich mal abgestellt habe, ist die Mehrfeld-Entfernungsmessung und die Gesichtserkennung. Schließlich will ich selbst bestimmen, wohin ich scharf stelle und kann es verschmerzen, eventuell den Auslöser zum Scharfstellen halb einzudrücken und danach erst den endgültigen Ausschnitt zu bestimmen.

Der IXUS-Monitor ist deutlich kleiner und zeigt im Aufnahmemodus leider kein Live-Histogramm. Das kann erst im Betrachtungsmodus eingeblendet werden.

Belichtungsqualität:

Ich habe beide Kameras gleich zu anfang auf -2/3 Blenden eingestellt, weil sie beide etwas zur Überbelichtung zu neigen scheinen. Ich mag’s aber lieber, wenn, dann etwas unterbelichtet. Die IXUS belichtete gefühlsmäßig etwas präziser und scheint mir auch etwas mehr Dynamik zu besitzen. (Liegt vielleicht daran, daß Kontrast und Farbsättigung etwas besser minimiert werden können.)

Die Lumix schließt, wenn’s sehr hell ist, offensichtlich die Blende etwas weiter als die IXUS. Einfluß auf das Blende-Zeit-Verhalten kann man bei beiden Kameras leider überhaupt nicht nehmen.

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Und noch was ist mir aufgefallen: Die IXUS macht tolle Makros, gefühlt sogar besser, als die Panasonic!

Fazit:

Für mich ist die IXUS die bessere Wahl, wobei der optische Sucher zu einer starken Aufwertung führt.

  • Optischer Sucher
  • bessere individuelle Einstellmöglichkeiten
  • bessere Funktionalität
  • bessere Belichtungsqualität
  • bessere Anordnung der Bedienelemente
  • noch etwas kompakter

  • schlechtere Verarbeitungsqualität
  • kleineres Display
  • stärkere Verzeichnung
  • etwas weniger Randschärfe im Weitwinkelbereich
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9 Kommentare zu Lumix DMC-FX50 gegen Digital IXUS 850IS – ein Bruderkampf

  1. Thomas sagt:

    Danke für den super vergleich, bin kurz davor mir die Ixus 850 zu kaufen, da war das sehr hilfreich.

  2. Christian Heck sagt:

    Hallo Manfred,
    bin ebenso den Markt am sondieren u. interessiere mich sehr für die 850, dein Bericht hilft mir dabei weiter! Stimmt es eigentlich, dass die 850 sehr schnell fokussiert (ca. 0,3 sek.)?Weil mir auch die Videofunktion sehr wichtig ist, kannst du dazu noch etwas sagen? Ich wüsste brennend gern, ob die Kamera während der Videoaufnahme a) den Fokus anpasst b) die Belichtung anpasst c) das Zoom bedienbar ist und d) der Bildstabilisator aktiv ist. Im Voraus Danke für deine Antwort!
    Christian

  3. kuni sagt:

    Sie fokussiert schnell, aber, zumindest nach meinen Versuchen, nur einmal, nämlich beim Start des Videos. Bei den 640×480 Pixeln sollte das im „Normalbetrieb auch durchaus reichen.

    Es ist IMHO keine Videokamera, sondern dient lediglich als Notnagel, wenn man mal schnell was bewegt festhalten will. Und da reicht dieses einmalige Fokussieren aus.

    Der Wackeldackel arbeitet auch im Videobetrieb. Die Belichtung wird angepasst und das Zoom ist bedienbar (bis zu 4x). Digitalzoom habe ich nicht ausprobiert, weil ich diese Funktion gleich zu Anfang ausgeschaltet habe.

    Wenn mir die Videofunktion wirklich wichtig wäre, würde ich eher zu einer kleinen, preiswerten Videokamera greifen.

    So ist’s für mich mehr als ok, wenn ich ausnahmsweise mal auf die Schnelle eine kurze Videosequenz aufnehmen möchte, die Kamera aber hauptsächlich für Standbilder benütze.

  4. Niels Nielsen sagt:

    Bei mir ist es genau umgekehrt gegangen, ich hatte zuerst ein Canon 850IS gekauft, grösste Vorteil den optische Sucher, aber habe dann schmerzlich gefunden, das den Objektiv war unscharf in die Mitte die Längeseiten, und sehr unscharf noch weiter von Zentrum.

    Ich habe dann ein Panasonic FX30 gekauft (könnte leider kein FX50 mit den grössere Schirm finden). Ich bin von die optische Qualität zufrieden, fehle doch den optische Sucher.

    Niels

  5. kuni sagt:

    Hallo Niels,

    dann scheine ich mit meinem Exemplar Glück gehabt zu haben. Ich finde die Schärfeleistung, wenn genügend Licht da ist, durchaus ausreichend. Die relativ starke Verzeichnung im Weitwinkelbereich korrigiere ich mit FixFoto. Originale von der Ixus kannst Du, wenn Du willst, aus der Kreativ-Treffen-Galerie runterladen. Ich schicke Dir die Zugangsdaten.

  6. Gisela sagt:

    Hallo,Kuni, ich bin überrascht von der tollen Gegenüberstellung der beiden Kameras und danke Dir dafür. Du hast mir bei meiner derzeitigen Suche sehr geholfen. Dass der Lumix der optische Sucher fehlt, war mir noch gar nicht aufgefallen. Den Brauche ich nämlich! Vielen Dank Gisela

  7. kuni sagt:

    Hallo Gisela,

    danke für das Lob. Ich finde nur schade, daß es die Ixus 850 nicht mehr gibt. Schon das unmittelbare Nachfolgemodell hat nun auch keinen optischen Sucher mehr. Und im Weitwinkelbereich gibt es derzeit mit optischem Sucher nur noch eine Kamera von Sony, deren Funktion und Qualität ich leider nicht kenne.

  8. Gerhard sagt:

    Hallo,
    auch ich besitze eine Lumix FX50. Ich habe sie mir damals auf Grund der überwiegend guten Testergebnisse in den Fachzeitschriften zugelegt. Leider bin ich jedoch bei weitem nicht so überzeugt davon wie Du. Vielleicht liegt es aber auch einfach an meiner Unwissenheit. Ich wollte eine möglichst kleine Kamera mit großem Display, die einfach gute Bilder macht, möglichst im Automatikmodus. Mein Problem zeigt sich immer wieder bei schwachen Lichtverhältnissen (z.B. Innenaufnahmen mit „normaler“ Beleuchtung) bzw. bei bewegenden Situationen (Hallenbadaufnahmen sind ganz kritisch, das Licht, die Spiegelung vom Wasser und die Bewegungen bekomme ich nur ganz schlecht fotografiert).
    Immer wieder bin ich beeindruckt wie andere mit vermeintlich „billigen“ Digitalfotos tadellose Fotos machen. Vielleicht kannst Du mir ja ein paar Tips geben, bevor ich mich noch enttäuscht von dem sonst so gutem Stück trenne ….
    Gruß Gerhard

  9. kuni sagt:

    Hallo Gerhard,
    vielleicht solltest Du Deine Erwartungshaltung ein wenig anpassen. Diese und alle anderen Kompakt-Knipsen funktionieren hervorragend bei guten Lichtverhältnissen und mit einer ISO-Einstellung von 100. Bei der verwendeten Chip-Größe und den riesigen Auflösungen sollte jedem klar sein, daß mit wenig Licht fast nur noch Rauschen abgebildet wird. Wer bei solchen Lichtverhältnissen gute Ergebnisse erwartet, muß vermutlich schon auf Spiegelreflex-Technologie mit deutlich größeren und (wie in meinem Fall) anderen Chip-Technologien zurückgreifen. Klar kann man auch bei schlechteren Lichtverhältnissen mit den „kleinen“ ganz passable Bilder machen, aber da sind bei allen Kompaktknipsen klare Begrenzungen vorhanden. Ein gutes Stück weiter helfen vor allem fotografische Grundkenntnisse und das Wissen um den Zusammenhang von ISO, Blende und Belichtungszeit. Ich fotografiere aus diesen Gründen nie mit Vollautomatik, sondern richte mir meine eigene Automatik mit den entsprechenden Voreinstellungen ein. Grundsätzlich ISO 100, Spot- Belichtungs- und Entfernungsmessung ohne irgendwelche Gesichtserkennungs- oder Motiverkennungs-Gimmicks. Makroaufnahmen grundsätzlich mit Weitwinkel-Einstellung. Bei schlechten Lichtverhältnissen helfen mir lange Belichtungszeiten zusammen mit einem Bohnensack als Stativ.

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