:: Zw… auf Kreuzfahrt – 6

am 30.06.2008 um 20:01 - abgelegt unter: Reiseberichte

10, Juni 2008 – 973 Seemeilen

…liegen für die nächsten beiden Tage vor uns, als wir gegen 15 Uhr den Hafen von Akureyri, ganz im Norden Islands erreichen.

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Der Hafenlotse ist eben an Bord gekommen und sorgt dafür, daß wir auch diesmal, schon das zweite mal auf dieser Reise, an der Pier festmachen können. Die ganze Nacht und den halben Tag waren wir rund um Island unterwegs. Die Insel ist größer als man auf die Schnelle annehmen würde. Leider werden wir hier nur einen kurzen Stopp für ca. 4 Stunden machen. Die Liegezeiten sind überhaupt nach meinem Empfinden viel zu kurz bemessen. Ein Umstand, der mir während der ganzen Reise immer wieder ein wenig unangenehm aufgefallen ist.

So bleibt also nur kurze Zeit für einen Halbtagesausflug, der aufgrund der kurzen Liegezeit schnell mal auf etwa 3 Stunden zusammengekürzt ist.

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Der erste Halt nach einigen hunder Busmetern führt uns zum botanischen Garten des Städtchens mit einer durchaus beeindruckenden Pflanzenvielfalt, auf die die Isländer zur Recht stolz sind, liegt die Stadt doch nur ca. 50 km südlich des Polarkreises.

Nach einer Rundfahrt durch die Altstad (200 m mit hübschen Holzhäuschen) machen wir, man glaubt es kaum, auf der anderen Seite der Bucht einen fünfminütigen Fotostopp, der uns einen schönen Ausblick auf Akureyri mit unserer Mona Lisa bietet. Aber auch der Blick auf die andere Seite der Straße hat sich gelohnt, wie man sehen kann.

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An vielen Stellen blühen gerade die Lupinen, die überall in Island ausgesäht wurden, um die Bodenerosion ein wenig einzudämmen. Wir fahren weiter zum Godafoss, einem Wasserfall, an dem, wie wir von unserer örtlichen Reiseleiterin, der Lehrerin Anke-Maria erfahren, im Jahr 1000 der Häuptling Porgeir die Entscheidung traf, daß Island zum Christentum übertreten sollte.

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In diesen Wasserfall schmiß er seine heidnischen Götzenbilder und sorgte so dafür, daß heute in Island das Christentum verbreitet ist, obwohl es meinem Eindruck nach an Island auch heute noch viel mystisches hängt. Ein Stündchen bleibt uns für Fotos und einem kleinen Spaziergang am Fluß Skjálfandafljot zu einer nahegelegenen Tankstelle, an dem uns unser Bus wieder aufnimmt. Unser Schiffsfotograf, der sich unserem Bus angeschlossen hatte, scheint doch ein wenig zu viel getrödelt zu haben, und so, auf Einzelschicksale kann in der Kürze der Zeit keine Rücksicht genommen werden, lassen wir ihn zurück und fahren weiter zum Laufas-Museum.

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Wunderhübsche Torfhäuschen und eine kleine Kirche erwarten uns. Wieder ist Geduld gefragt, damit Bilder ohne “Bärenführung” entstehen können. Immerhin sind allein von unserem Schiff 9 Busse unterwegs. Am Eingangstor zum Friedhof warte ich bestimmt 10 Minuten, bis es mir endlich gelingt, einen menschenleeren Blick zur nahegelegenen Bucht im Bild festzuhalten. Ne, ne, ne, dieses Bild gibt’s nicht zu sehen, da müßt ihr schon selber hin fahren!

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Ich sage euch, es lohnt sich. Obwohl der Ausflug so kurz war, habe ich jede Minute genossen. Mittlerweile kennen uns unsere Reisebegleiter von Andrejs Team schon und wissen, daß wir wieder so spät wie irgend möglich zum Bus kommen werden. Da wird der örtliche Reiseleiter und der Busfahrer auch schon mal noch schnell in ein kurzes Gespräch verwickelt um uns noch 2 Minuten mehr zum Fotografieren zu geben. Egal wer uns auf unseren Ausflügen begleitete, alle taten das möglichste um uns Fotos zu ermöglichen und für die kurzen Liegezeiten und die Ausflugsplanung durch die örtlichen Agenturen können sie ja nun wirklich nix.

Jetzt aber schnell zurück zum Schiff – und schau an, der Fotograf ist auch schon da – Gangway hoch und ab geht’s.

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Nach viel zu kurzen zwei Anlegetagen verlassen wir Island und machen uns auf den langen Weg nach Spitzbergen. Auch der Himmel weint und vielleicht auch der Koch, denn der Butt ist diesmal gesalzen. Und so flüssig, wie’s von oben kommt ist auch die abendliche Nachspeise “Auswahl an Eiscreme und Sorbet”, die aus eineinhalb, lieblos in ein Glas geklatschtren und mittlerweile schon ziemlich zerlaufenen Kugeln Eis besteht. Man gönnt sich ja sonst nix. Geht ja auch gar nicht, denn der Kaffee kommt wieder nicht.

Zum Uwe gucken…


:: Zw… auf Kreuzfahrt – 5

am 30.06.2008 um 18:37 - abgelegt unter: Reiseberichte

9. Juni 2008 – 325 Seemeilen

Wieder relativ früh, gegen 7 Uhr erreichen wir den Hafen von Reykjavik auf Island. Heute nacht haben wir unsere Uhren um eine weitere Stunde zurück gestellt. Heute steht der zweite Ausflug dieser Reise an, ein Tagesausflug zum Geysir und zum Gullfoss Wasserfall.

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Petur, unser isländischer Begleiter hat mich mit seinem geschliffenen Deutsch in makelloser Grammatik ziemlich beeindruckt. Ein Ausflug, bei dem ich viel über Island, seine Geschichte und seine Menschen lernen konnte. Die Landschaft, wunderschön im Licht, huschte auf dem ersten Teil der Fahrt leider wieder mal an uns vorbei. Fotostop war nicht, obwohl die Isländer an dieser wunderschönen Stelle einen Aussichtspunkt mit Parkplatz angelegt hatten. Der erste Halt fürhrte uns an die Auseinanderdriftkante der europäischen und der amerikanischen Platte in der Nähe von Thingsvellir.

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Wir hatten Gelegenheit, an dieser Schlucht einige hundert Meter zu Fuß zu spazieren. Uwe und ich, sowie einer unserer Schiffsfotografen versuchten, uns ganz am Ende der langen Menschenschlange zu bewegen und sind dann auch das eine oder andere mal ein klein wenig vom Weg abgewichen, was mit schönen, menschenlosen Ausblicken, auch auf einen kleinen Wasserfall, belohnt wurde. Da wir als letzte zum Bus zurück kamen, wurden wir mit teils doch etwas düsteren Blicken begrüßt. Eine halbe Stunde mehr an verfügbarer Freizeit hätte auch hier gut getan, denn die letzten Meter mußten wir dann doch im Schweinsgalopp zurücklegen, um nicht all zu sehr zu überziehen. Und weiter ging’s zum großen Geysir…

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Hier hatte ich eine viel, viel beeindruckendere Landschaft erwartet. Irgendwie habe ich mir Island ein wenig mächtiger, schroffer und brachialer vorgestellt. Wenigstens hat der kleine Bruder des großen Geysir, von dem ja die “Geysire” bekanntlich ihren Namen haben, so rechtzeitig schnell noch geblasen, daß noch genügend Zeit blieb, ins angrenzende Hotel zu gelangen, um Essen zu fassen. Es gab lecker Suppe und Fisch, sehr schmackhaft und gut gewürzt. “Na also, geht doch” dachte ich mir und erinnerte mich an das letzte Abendmenü auf dem Schiff, bei dem am ziemlich zerfallenen schwarzen Heilbutt wieder das Salz und andere Gewürze fehlten.

Wenigstens am Ende fühlte ich mich doch wieder ganz zu Hause im “Hotel Geysir”, denn der bestellte und versprochene Kaffee kam, wie in schönger Regelmäßigkeit auf dem Dampfer, auch hier nicht. Nur einige Hardcore-Tischnachbarn haben’s ausgesessen und sind dann anscheinend doch noch bedient worden, was unserem Bus dann etwa 10 Minuten Verspätung einbrachte. (Nein! – Meine Blicke waren nicht finster! – So was lässt mich eher kalt!)

Weiter ging’s mit einer knappen Stunde Zeit am “Gullfoss”, einem der größten und wohl auch schönsten Wasserfälle Islands.

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Grausam kurz habe ich die Zeit empfunden. Hier hätte ich locker 2 bis 3 Stunden zubringen können. Langzeitbelilchtungen vom Stativ waren nicht drin, weil ich zu faul war, mein eigenes Stativ mit zu schleppen und Uwe seines natürlich selbst gebraucht hat. So mußte ich mich mit meinem Bohnensack begnügen, um wenigstens einige Lochkamera-Aufnahmen mit nach Hause zu bringen.

Beeindruckend an Island sind die schnellen Wetterwechsel. So schnell kann man gar nicht schauen, wie sich Sonne und Regen abwechseln. So kamen wir an einem wunderschönen Kratersee bei strömenden Regen an, aber wir sind ja nicht aus Zucker. Außerdem hat’s dann doch wieder aufgehört, als die anderen schon wieder wartend im Bus saßen und das Ruhebänkchen war frei.

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So, jetzt aber schnell zurück nach Reykjavik, nicht ohne noch den wohl obligatorischen “Shopping-Halt” an einem Gartencenter eingelegt zu haben. Was wäre ich froh gewesen, diese ca. 45 Minuten an den vorherigen schönen Stellen verfügbar gehabt zu haben…

Ein Halt an der “Perlan”, einem zum Museum mit Aussichtsplattform ausgebauten Hießwasserspeicher ließ uns noch einen wunderschönen Ausblick über das jetzt schon wieder sonnige Reykjavik mit seinem Dom geniessen.

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Ein bisschen Zeit zum “Runterkommen” und Sammeln, nach all den Eindrücken des zurückliegenden Tagesausflugs, dann ging’s zurück zum Dampfer – “Alle an Bord um 16:30 Uhr” hieß es, auch für die unten abgebildeten vier Mitreisenden, die wohl einen Ausflug ohne Mittagessen gebucht hatten und denen die Kost an Bord auch nicht so ganz zugesagt zu haben schien… ;-)

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Zum Uwe gucken…