:: Das Megapixel-Märchen…, oder Überlegungen zum Kamerakauf

am 07.12.2006 um 17:02 - abgelegt unter: Tipps 'n FAQs

Viel muß nicht immer gut sein. Das gilt besonders bei Digitalkameras. Die Chips werden immer kleiner, die Auflösung immer höher. Diese höhere Auflösung erkauft man sich durch ein teils extrem hohes Rauschen vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen und höheren Empfindlichkeiten.

Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß auf eine nicht mal fingernagelgroße Fläche von ca. 4x6mm oder weniger, ca. 3000 x 2000 (6 Millionen) Pixel oder mehr untergebracht sind.

Einige moderne Kameras rechnen mit technischen Tricks das Rauschen raus und damit das Ausgangsbild schon kaputt, bevor es überhaupt vom Benutzer in die Bildbearbeitung geladen werden kann.

Die Megapixel können also als Kriterium für den Kauf getrost vergessen werden, da auch mit 4 Megapixeln Vergrößerungen auf 20×30 cm in so guter Qualität möglich sind, daß auch bei näherer Betrachtung keine Qualitätsverluste sichtbar sind. Ich habe Ausbelichtungen in 30×45 cm von meiner ollen Casio QV3000 im Aufgang hängen, denen man die 3 Megapixel nicht ansieht. Allerdings hatte diese Kamera mit ihren 1/1,8″ einen noch etwas größeren Chip, der auch bei schlechten Lichtverhältnissen recht rauscharme Ergebnisse liefert. In der Qualität der Endergebnisse kann diese Kamera durchaus mit modernen 6-Megapixel-Kameras konkurrieren.

Welches sind aber die für eine gute Entscheidung wirklich relevanten Kriterien?
Wofür will ich die Kamera vor allem verwenden?

Als “Immer-dabei-Kamera” für Schnappschüsse

eignen sich prinzipiell alle Kompaktkameras mit kleinem Gehäuse und einem optischen Zoom.

Ricoh Caplio R2 - meine Immer-dabei-Kamera

  • Sollen Urlaubsbilder (Städtereisen, Landschaften, etc.) oder Innenräume fotografiert werden, ist eine möglichst kurze Anfangsbrennweite nötig. (ca. 28mm KB-Equivalent)
  • Je größer der Zoombereich, desto schlechter ist im allgemeinen die Qualität der optischen Abbildung. Ein 3-4fach optisches Zoom sollte für die meisten Fälle reichen. Digitale Zooms sind immer mit Qualitätsverlusten verbunden, da damit lediglich ein Ausschnitt aus dem Gesamtbild generiert wird.

Diese digitalen Zooms sind nutzlos und sollten grundsätzlich als erstes…

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:: Vollformat-CCD-Sensor von Kodak angekündigt!

am 28.10.2006 um 18:14 - abgelegt unter: Allgemein

Eine interessante Ankündigung, betreffend Kodak habe ich golem.de entdeckt. Kodak hat einen neuen Vollformat-CCD-Sensor mit satten 16 Megapixeln vorgestellt.

Nachdem Kodak ja auch schon in der Anfangszeit der digitalen Spiegelreflex-Fotografie mit ihren DCS-Kameras in Profi-Kreisen für Furore sorgte, darf man wirklich gespannt sein!

Schade nur, daß die neue Leica M8, die meines Wissens mit einem Kodak Chip ausgestattet ist, noch mit dem Verlängerungsfaktor von 1,3 “belastet” ist. Der Leica hätte der neue KAI-16000 CCD-Sensor sicher gut gestanden.

Wobei ich selbst den 16 Megapixeln keine so große Bedeutung beimesse. Viel interessanter wird es sein, das Rauschverhalten in Verbindung mit höherer Lichtempfindlichkeit zu sehen, und da hat Kodak schon damals mit ihrer DCS 720 bei mir für Staunen gesorgt. Jetzt muß ich erst mal mit meiner Canon 5D zufrieden sein. Den neuen Kodak-Sensor werde ich mir eh erst mal nicht leisten können, wie auch die Leica M8.

Aber vielleicht schlage ich dann bei der M9 zu, die ja eventuell mit dem neuen….. Warten wir’s ab.


:: Die neue Leica M8 – wer braucht sowas?

am 18.09.2006 um 10:00 - abgelegt unter: Gedanken

In einer Ankündigung auf golem.de fand ich obige Frage eines Lesers. Für mich ein gutes Beispiel, wie wenig Gedanken sich die Menschen über Fotografie machen.

Es gibt IMHO immer weniger Leute, die noch fotografieren “können”, die sich Gedanken um Blende, Belichtungszeit, selektive Schärfe, Bildgestaltung machen. Leute, die zu schätzen wissen, daß sie selbst bestimmen können, worauf sie scharf stellen wollen und die vor allem einen Sucher haben, in dem sie auch wirklich a) was sehen und b) genau diese Scharfeinstellung wirklich beurteilen können.

Ich bewundere die Leute, die mit ihrer Kompaktknipse ohne Sucher und mit einem Allerweltsautofocus ausgestattet, wie selbst erlebt, zum Beispiel in die Antarktis fahren und sich nach zwei Tagen wundern, daß nach 52 statt der vom Verkäufer der Kamera versprochenen 500 Bildern die Speicherkarte voll ist. (weil sie versehentlich auf “Video” gestellt und mit dieser Einstellung dann nach jedem vermeintlich geknipsten Bild ein dreißigsekündiges Video ihrer Füße aufgenommen hatten).

Oder die, die den Tag über vermeintlich hunderte von Superbildern geschossen hatten und abends, als sie sich die Bilder dann auf meinem Notebook ansehen durften, feststellten, daß alles was auf dem Briefmarkendisplay tagsüber wunderbar aussah, schlichtweg wegen Unschärfe untauglich war. (Man sieht inmitten von Schnee, Sonne und Eisbergen ja sowieso eher gar nix und der Autofokus der meisten Kompaktknipsen macht im gleißenden Licht des Schnees und der Eisberge eh was er will, nur scharf stellen tut er nicht).

Würden all diese Mitmenschen sich mehr Gedanken über Fotografie gemacht und eine Leica M8 dabei gehabt haben, wäre die Ausbeute an Qualitätsbildern deutlich höher ausgefallen.

Es muß ja nicht immer gleich eine Leica M8 sein, deren voraussichtlicher Preis >4000 € schon ein wenig jenseits von Gut und Böse ist. Auch eine DSLR mit der Möglichkeit, auf manuelle Scharfeinstellung umstellen zu können, tut ihre Dienste gut – wenngleich mich die Leica schon jucken würde!

Aber ich fahre ja auch gut vorbereitet und ausgerüstet in die Antarktis und bringe viele schöne, scharfe Bilder mit, und nicht videogefilmte Fußspitzen.

Mehr Infos über meine Gedanken zur digitalen Fotografie und die Auswüchse habe ich auch in einem anderen Beitrag niedergeschrieben.


:: Licht ins Dunkel! – Sensorbezeichnungen von Digiknipsen

am 16.09.2006 um 18:44 - abgelegt unter: Tipps 'n FAQs

In der Praxis herrscht bei vielen Anwendern die totale Verwirrung, wenn es darum geht, die Sensorgrößen und Verlängerungsfaktoren der einzelnen Digitalkamerahersteller einzuordnen. Zudem haben die Sensorbezeichnungen überhaupt nichts mit der jeweiligen echten Größe des Sensors zu tun. Ich möchte deshalb heute einmal etwas Licht ins Dunkel bringen:

In der Spalte “Sensortyp” finden Sie die, bei den Angaben in den technischen Daten, meist verwendeten Bezeichnungen für die verwendeten Chipgrößen. diese Größenangaben haben aber mit der eigentlichen Chipgröße überhaupt nichts zu tun. Sie rühren aus alten Video- und Fernsehkamerazeiten her. Da diese Fernsehkammeras keine Chips als Sensor, sondern Fernsehaufnahmeröhren (Vidicon, Plumbikon, …) (engl. tube) hatten, gibt der äußere Druchmesser der jeweils verwendeten “Tube” dem Chip den Namen.

Ein Dank an Konrad Wilhelm und Dieter Lefeling (d.a.r.d.) für die Aufklärung!

Unter “Breite”, “Höhe” und “Diagonale” finden Sie die zum jeweiligen Sensor gehörige Größe in Millimetern. Seitenverhältnis des Sensors und der Verlängerungsfaktor im Vergleich zum herkömmlichen Kleinbildformat komplettieren die Tabelle.

Sensor-
typ
Tubus Breite Höhe Diagonale Seiten-
verhältnis
Verlängerungs-
faktor
1/3,6″ 07,1 04,000 03,000 05,00 4:3 8,0
1/3,2″ 07,9 04,536 03,416 05,68 4:3 7,0
1/3″ 08,5 04,800 03,600 06,00 4:3 6,7
1/2,7″ 09,4 05,371 04,035 06,72 4:3 5,9
1/2,5″ 10,2 05,760 04,290 07,18 4:3 5,6
1/2″ 12,7 06,400 04,800 08,00 4:3 5,0
1/1,8″ 14,1 07,176 05,319 08,93 4:3 4,5
1/1,7″ 14,9 07,600 05,700 09,50 4:3 4,2
2/3″ 16,9 08,800 06,600 11,00 4:3 3,6
1″ 25,4 12,800 09,600 16,00 4:3 2,5
4/3″ 33,9 18,000 13,500 22,50 4:3 1,8
1,8″ Canon 45,7 22,200 14,800 26,70 3:2 1,6
1,8″ Nikon 45,7 23,700 15,700 28,40 3:2 1,5
35mm Film - 36,000 24,000 43,30 3:2 1,0

Alle Angaben sind natürlich wieder vollkommen unverbindlich und sollen Ihnen lediglich in der Praxis helfen, den in Ihrer Kamera verwendeten Sensor zu bestimmen.

Für die 1,8″-Sensoren wird in unseren Breiten auch die Bezeichnung “APS-Sensor” verwendet, weil seine Größe in etwa dem APS – Format entspricht.

Hier ist zu beachten, daß, je nach Hersteller, mehrere unterschiedliche Größen verbaut werden. Dadurch haben zum Beispiel die Sensoren von Canon (cmos) und von Nikon (ccd) unterschiedliche Verlängerungsfaktoren. Die APS-Chips der Sony-Kameras messen übrigens 21,5 x 14,4 mm

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:: Digitaler Sucher für (D)SLRs mit eingebautem Fernauslöser

am 12.09.2006 um 11:40 - abgelegt unter: Allgemein

Eben bei golem.de gefunden…

Von der Idee her finde ich dieses Teil schon sehr interessant. Zumal das LCD sowohl als Winkelsucher, als auch als Fernauslöser mit gleichzeitiger Echtzeitkontrolle des Sucherbildes verwendet werden kann und sogar Intervallaufnahmen ermöglichen soll.

Bei einem Preis von >350 € wage ich allerdings Zweifel anzumelden, ob dafür ein genügend großer Markt vorhanden sein wird.


:: Mach Dir ein Bild!

am 17.06.2006 um 00:29 - abgelegt unter: Gedanken

blogbildErinnerst Du Dich noch? – so beginnen viele Gespräche beim gemeinsamen Blättern in Fotoalben. Und schon nach wenigen Minuten kann in Erinnerungen geschwelgt, erzählt, diskutiert, gemeinsam gelacht und manchmal vielleicht auch geweint werden. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, heißt es.

Nur, werden wir in 10 Jahren diese Frage noch stellen können? Haben wir uns im digitalen Zeitalter diese Art der Kommunikation nicht längst verbaut?

Wir fotografieren wie wild, tausende von Dateien werden gemacht, gesichtet, gespeichert und oft auch vorschnell verworfen. Ich sage bewußt “Dateien”, nicht “Bilder”, denn wir produzieren nur Bits und Bytes, die dann auf irgendeiner Festplatte vor sich hin schimmeln oder auf eine CD, oder noch schlimmer, auf eine DVD “gesichert” werden.

Keiner denkt daran, daß Bits und Bytes vergänglicher sind, als wir glauben. Viele CDs werden nach 5 bis 6 Jahren nicht mehr lesbar sein, eventuell gibt’s gar keine Laufwerke mehr, die diese dann mittelalterlichen Datenträger lesen können. (Versuch mal Daten von einer 8″-Diskette zu lesen!) DVDs sind noch empfindlicher, halten noch weniger lang und steigen oft schon bei veränderter Luftfeuchtigkeit aus, wenn sie zum Beispiel mit einem schönen, selbst gedruckten Label versehen sind.

“Aber ich hab doch eine doppelte Sicherung auf Platte…” höre ich (mich) da sagen. Klar, ich war mir bis heute morgen auch sicher, daß ich alles perfekt im Griff haben würde. Ich hab externe Festplatte, ich hab DVDs, hab CDs… …da kann doch nix passieren! – Pustekuchen!

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:: Gedanken zur digitalen Entwicklung in der Fotografie

am 09.06.2006 um 17:44 - abgelegt unter: Gedanken

Digital ist “in”, die Entwicklung schreitet in Riesenschritten voran. Ich habe den Eindruck, daß in genau so großen Schritten, wie sich Digitalknipsen aller Schattierungen auf dem Markt verbreiten, die Qualität der produzierten Bilder in den Keller geht.

Masse statt Klasse wird allenthalben produziert. Man sieht an jeder Ecke Zeitgenossen, die den Eindruck erwecken, ihre Arme seien allesamt zu kurz. Weit von sich gestreckt halten sie ihre Digitalknipsen, versuchen auf dem Briefmarkenmonitor im hellen Sonnenlicht noch irgend eine Bildinformation zu erhaschen, was meist fehlschlägt. Kost ja nix, also draufhalten und einfach drücken. Die meisten Leute sind weit entfernt von jeglicher Bildgestaltung oder Überlegungen zur Qualität ihrer Bilder.

Die Produktion wird dann im Straßencafe auf eben diesem Briefmarktenmonitor gesichtet und aussortiert. Wie man auf solch einem Monitor die Bildqualität oder sogar die Schärfe beurteilen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Wo man sich früher, im “analogen Mittelalter” noch Gedanken um die Bildgestaltung gemacht hat – Filme und Bilder waren teuer, man hatte ein wertvolles Hobby – wird heute mehr denn je geknipst, einfach draufgehalten. Die Fotografie ist zur Wertlosigkeit verkommen und so sind auch viele im Netz präsentierten Ergebnisse dieser Knips-Orgien. Passt auch zur derzeit grassierenden “Geizgeil-Mentalität” vieler Zeitgenossen.

Um allen Lernwilligen ein wenig zu helfen, habe ich die Bücherliste veröffentlicht, die neben Werken für’s Grundwissen eben auch zwei wertvolle Bücher zur Bildgestaltung enthält.

Bleibt mir nur noch, viel Spaß beim Schmökern und allzeit gute Bilder zu wünschen.


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